Kleingewässer für die Bodenseeregion - Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung

Einst entstanden Kleingewässer am Bodensee durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften fehlt diese Dynamik, so dass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage ersetzt werden müssen. Zudem wird ihr Vorkommen durch landwirtschaftliche Intensivierung und Siedlungsentwicklung stark dezimiert. Über den Zustand und Wert von Kleingewässer gibt es auch in der Bodenseeregion zu wenig Bewusstsein und ihr Schutz wird in der Praxis noch unzureichend umgesetzt. Diese Herausforderungen bestehen in allen Ländern um den Bodensee und können nur gemeinsam gemeistert werden, denn Tiere und Pflanzen kennen keine Ländergrenzen.

 

 tl_files/bilder/projekte/Interreg_Kleingewaesser/Leiste Interreg, EU, CH-Kantone.jpg

 

 

Viele gefährdete Amphibien-, Wasserkäfer- und Libellenarten, wie Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Moosjungfer, Binsenjungfer oder Winterlibellen, darunter auch Rote-Liste-Arten, sind auf Kleingewässer angewiesen. Auch die seltenen Wiesenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel und Bekassine profitieren von ihnen als Bereicherung in ihren Brut- und Rastgebieten. In dem Projekt soll durch Anlage und Neugestaltung von mindestens 60 Kleingewässern die Biodiversität in der Bodenseeregion und der Ausbau der grünen Infrastruktur gefördert werden. Pro Natura Thurgau hat bereits mit der Umsetzung begonnen und weitere Projekte sind in der Planungs- und Genehmigungsphase. Mit der grenzüberschreitenden Vernetzung unterschiedlicher Akteure aus dem Naturschutz und der damit einhergehenden gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit kann in den Ländern am Bodensee auf die Problematik der Kleingewässer aufmerksam gemacht und die Akzeptanz für deren Schutz nachhaltig und flächendeckend gesteigert werden.

 

Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Themas spiegelt sich in der vielfältigen Struktur der insgesamt 10 Partnerorganisationen wieder. So finden sich unter den Projektpartnern neben den Mitgliederorganisationen, auch Kommunen, private Stiftungen und eine Kreisverwaltung. Die Bodensee-Stiftung übernimmt die Gesamtkoordination des Projektes sowie Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit.

 

Mit der Teilnahme von Pro Natura Thurgau am Interreg Projekt bekommt die Pro Natura Kampagne  «Mehr Weiher für Frosch & Co.» eine grenzübergreifende Ausdehnung.