Pro Natura Thurgau beteiligt sich als schweizer Partner am Interreg Projekt "Kleingewässer für die Bodenseeregion".

24.04.2016

Elena Gimmi präsentiert die Pro Natura Thurgau Projekte an der Interreg Kleingewässer Startveranstaltung in Friedrichshafen

Kleingewässer sind überlebenswichtige Lebensräume für viele gefährdete Amphibien-, Reptilien- und Libellenarten. Auch seltene Vogelarten profitieren von solchen Feuchtgebieten und den sie umgebenden Strukturen. Seit Jahren legt Pro Natura Thurgau überall im Kanton neue Tümpel an, engagiert sich für das Offenlegen von Bächen und kümmert sich um eine nachhaltige Pflege dieser Gebiete. Jeder Tümpel ist wertvoll. Mit der durch das interreg Projekt geförderten Vernetzung der vielen Einzelprojekte rund um den Bodensee ergibt sich jedoch ein noch viel grössere Chance für den Arterhalt von Frosch & Co. Über 60 Kleingewässer sollen im Rahmen dieses Projektes länderübergreifend geschaffen werden.

Einst entstanden Kleingewässer am Bodensee durch dynamische Prozesse, wie Überflutungen oder Ausschwemmungen, tl_files/bilder/home/Aktuell/Mos_Ottenberg_Bach1_kl.jpgimmer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften fehlt diese Dynamik, so dass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage ersetzt werden müssen. Zudem wird ihr Vorkommen durch landwirtschaftliche Intensivierung und Siedlungsentwicklung stark dezimiert. Über den Zustand und den Wert von Kleingewässern gibt es auch in der Bodenseeregion zu wenig Bewusstsein und ihr Schutz wird in der Praxis noch unzureichend umgesetzt. Diese Herausforderungen bestehen in allen Ländern um den Bodensee und können nur gemeinsam gemeistert werden, denn Tiere und Pflanzen kennen keine Ländergrenzen.

 

Viele gefährdete Amphibien-, Wasserkäfer- und Libellenarten, (z.B. Kreuzkröte, Gelbbauchunke, Laubfrosch, Gelbrandkäfer, Moosjungfer, Binsenjungfer oder Winterlibellen) darunter auch gefährdete Arten der roten Liste, sind auf Kleingewässer angewiesen. Auch die seltenen Bodenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel oder Fluss-Seeschwalbe profitieren von ihnen als Bereicherung in ihren Brut- und Rastgebieten. In dem Projekt soll durch Anlage und Neugestaltung von mindestens 60 Kleingewässern die Biodiversität in der Bodenseeregion und der Ausbau der grünen Infrastruktur gefördert werden. Einige Partner, so auch Pro Natura Thurgau, haben bereits mit der Umsetzung begonnen oder sind in der Planungs- und Genehmigungsphase. Mit der grenzüberschreitenden Vernetzung unterschiedlicher Akteure aus dem Naturschutz und tl_files/bilder/home/Aktuell/Laubfrosch_kl.jpgder damit einhergehenden gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit kann in den Ländern am Bodensee auf die Problematik der Kleingewässer aufmerksam gemacht und die Akzeptanz für deren Schutz nachhaltig und flächendeckend gesteigert werden.

 

Das Projekt ist über einen Zeitraum von Mitte 2015 bis Mitte 2019 angelegt.

 

 

Projektziele sind:

· Schaffung neuer Kleingewässer in der Bodenseeregion

· Festigung eines grenzüberschreitenden Netzwerks von Experten und Aktiven

· Durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und Exkursionen Menschen für Kleingewässer begeistern.

 

Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Themas spiegelt sich in der vielfältigen Struktur der insgesamt 10 Partnerorganisationen wieder. So finden sich unter den Projektpartnern neben den Mitgliederorganisationen, auch Kommunen, private Stiftungen und eine Kreisverwaltung. Die Bodensee-Stiftung, zu deren Stifter auch Pro Natura gehört, übernimmt die Gesamtkoordination des Projektes sowie Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit.


Markus Bürgisser, Geschäftsführer von Pro Natura Thurgau und Präsidiumsmitglied der Bodensee-Stiftung:
„Dieses interreg-Projekt vernetzt nicht nur Lebensräume sondern auch Menschen, welche ihr gesammeltes Know-how grenzüberschreitend zur Verfügung stellen."

 

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